Ursprung der Posaunenchor-Bewegung

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Die modernen evangelischen Posaunenchöre haben ihren Ursprung im Pietismus. Die ersten Posaunenchöre gab es im 18. Jahrhundert in der Herrnhuter Brüdergemeine in der Oberlausitz. Im Herrnhuter Gemeindetagebuch vom 1. April 1731 wird erstmals der Einsatz von Waldhörnern bei einem Begräbnis erwähnt. Am 1. Juni 1731 ist davon die Rede, dass abends angereiste Gäste von der Gemeinde mit Gesang und dem Klang von ganz neuen Posaunen willkommen geheißen wurden.[7]

  • Fünf musikbegeisterte Bürger, Häusler und Weber der protestantischen Gemeinde Walddorf kauften 1766 einen „Chor Posaunen“ (Diskant-, Alt, Tenor- und Bassposaunen), erlernten auf eigene Rechnung das Blasen und schenkten die Instrumente der Kirchgemeinde, „damit die Sache selbst Gott zu Ehren und hiesiger Kirche zum Ruhm gereiche“.
  • In Kittlitz gab sich 1817 der „Posaunistenchor“ einen eigenen, 46 Punkte umfassenden „Status des Musikchors“, um „a, den Namen Gottes sowohl selbst zu verherrlichen, als auch b, andere dazu zu ermuntern“.
  • 1851 wurde in Brockhausen (Bad Essen) der älteste Posaunenchor der heutigen Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers gegründet.
  • 1865 wurde in Neuendettelsau der älteste Posaunenchor Bayerns gegründet.
  • 1995 fand der Archivpfleger und Leiter der Posaunenchöre im sächsischen Kirchenbezirk Löbau, Siegfried Seifert (Kantor-Diakon i.R.), im Schönau-Berzdorfer Archiv vier handgeschriebene Stimmhefte mit 150 Chorälen für Diskant-, Alt-, Tenor- und Bassposaune, die ab 1821 geführt wurden.

Im Zuge der Erweckungsbewegung des 19. Jahrhunderts wurden in Ostwestfalen (Minden-Ravensberg) Posaunenchöre im heutigen Sinn gegründet, als ältester der von Jöllenbeck im Jahre 1843.

Geschichte ab Anfang des 20. Jahrhunderts

Pastor Eduard Kuhlo (1822–1891) und sein Sohn, der „Posaunengeneral“ und Reichsposaunenwart Johannes Kuhlo (1856–1941), gelten als die „Väter“ der westfälischen Posaunenchöre. Von Westfalen aus breiteten sich die Posaunenchöre in ganz Deutschland aus. Organisatorisch gehörten sie in den ersten Jahrzehnten den evangelischen Jünglingsvereinen (CVJM) an, die im „Reichsverband der evangelischen Jungmännerbünde Deutschlands“ zusammengeschlossen waren.

Besonders im Südwesten und in Bayern werden um 1905 viele der heute noch existierenden Posaunenchöre gegründet.

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